Akkus löten ist mainstream, ich bin Elektrotechnik Ingenieur und habe in meiner Modellbauzeit vor 20, 25 Jahren für meine Flugmodelle 6-8 Zellen AA und AAA Akkus selbst gelötet. Das sind 8,4 Volt die selbst im Kurzschluss nicht mehr als einige Dutzend Ampere leisten und bereits da brennen die Kabel nach einige Sekunden im Kurzschluss mit fröhlichem Feuer ab - idealerweise am Boden in der Garage, im blödesten Fall im Flugzeug 50 Meter über Grund.
Und warum beim ersten Laden? vielleicht erst beim 5. oder 10. oder beim 20. Laden, wer weiß das schon?
Ein Hochvolt Akkupack wird auf mehrere Komponenten hin geprüft: Lade-/Entladespannung, Erwärmung bei Maximalstromentnahme über die gesamte Zeit zwischen Ladeschluss- und Entladeschlussspannung, Fluktuationen in der Systemspannung während fließendem Maximalstrom ("Wackelkontakt"), Konstanz der Kapazität über mehrere (typisch 5) Ladezyklen. Das wird in der Serie natürlich nicht bei jedem Block gemacht, aber innerhalb einer Serienfertigung bei einer definierten, zufälligen Auswahl und bei Einzelstücken immer bei jedem. Ist ein automatisierter Prozess der etwa 24 Stunden läuft und am Ende gibt es ein Prüfprotokoll, das dem Akku seine Lebensberechtigung attestiert.
Ich kann fertige, kaskadierbare Akkublocks von verschiedenen Herstellern kaufen, die haben TÜV, CE und alles.
In dem Leistungsbereich in der Garage löten ist mehr als fragwürdig.
Wir sprechen hier von 130 Volt Hochstromtechnik, ein Akkupack der im Normbetrieb locker 100kW leisten kann macht im Kurzschluss... naja, Größenordnungen die die daumendicken Kupferleitungen vermutlich auch innerhalb von Sekunden auf einige Hundert Grad erhitzen würden, ehe sie abbrennen und die Garage gleich mit.
Ich war vor Jahren beim AIT bei LiIon Versuchen für E-Mobility dabei und habe thermografiert und gesehen wie lange, hell und heiß Lithium brennt, ich war beim Zulieferer von Akkus für die Elektromodelle von Audi und habe mit Wärmebildkameras die Lade-/Entladeströme von nicht perfekt verschweißten Zellen (in der Leistungsklasse wird i. d. R. nicht mehr gelötet, nur noch geschweißt) vermessen und war erschüttert, wie viel Wärme ein Übergang erzeugt, der nur einige hundert Milliohm mehr hat als der daneben liegende, ich habe bei AVL Graz, bei BMW München und bei einem Dutzend anderer Firmen mit Bezug zu E-Mobility dienstliche Kontakte mit denen ich mich regelmäßig austausche - ich bin kein Experte, aber vermutlich mehr Experte als sehr viele User hier.
Ein Gerät, das in Europa verbaut wird, muss eine CE Kennzeichnung haben, die ist zwar kein Prüfsigel, aber damit vermittelt der Hersteller wenigstens, dass er sich mit EMV usw. auseinandergesetzt hat.
Garagenbau heißt für mich und hoffentlich jeden anderen, dass Komponenten verbaut wurden, die für den Strassenverkehr zugelassen sind, also ein Akkublock von Kreisel, ein Regler von Bosch usw.
Die Zulassende Behörde (OÖ Landesregierung...) wird natürlich den Wagen nicht entkernen und alles prüfen, genau wie ich das beim Kauf nicht mache. Aber es gibt ein Regelwerk, das heißt Strassenverkehrsordnung, und das muss halt nun mal eingehalten werden, bei uns genau wie in Deutschland.
Sonst könnte jeder beliebige Lichter, Dämpfer und Räder an jedes Fahrzeug montieren, unabhängig davon ob es eine Strassenzulassung gibt, dann schmiedet sich der Franz in der Garage seine eigenen Felgen, der Sepp baut sich dreitausend Watt Xenonstrahler und alles ist lässig, weil es ja ein Garagenbau ist. Sorry, aber so läuft es zumindest in Österreich nicht ab ;-)
Egal, ich warte ab was passiert, wenn ich dann vor Gericht erfahre, dass es ohnehin egal ist, was man mit welchen Versprechungen wie verkauft und ob das Ding dann gefahren werden darf, steige ich vielleicht in die KfZ Produktion ein und verwerte ein paar Altteile, die bei mir rumliegen!
