Vibrationen schliesse ich aus. Dann müsste der Fehler unregelmässig auftauchen. So kam er aber immer nach ca. 30km durchgehender Fahrt wenn ich ohne zu heizen aber dennoch konstant am Gas gehangen habe.
Was mir aber dann heute nach knapp 70km am Stück (ohne Probleme und die letzten 5 bis 10 km mal richtig getreten) insbesondere auffiel war, dass ich mich fast am Kühlkörper der Zündsteuerung verbrannt hätte. Der Kühlkörper war sonst auch schon heiss, aber immer noch so dass man die Hand drauf liegen lassen konnte. Das heisst für mich erstmal dass die Zündelektronik durchaus auch noch bei richtig hoher Temperatur funktioniert.
Ich muss das jetzt mal im Auge behalten und mir zu Hause die Sache mal genau ansehen. Vielleicht ist es aber auch noch viel zu früh für eine verlässliche Aussage. Wer weiss was mir morgen wiederfährt.
Damit wären wir auch schon bei der lezten Etappe meiner Rundreise angekommen.
Schade, ich würde gerne noch ein paar Tage dranhängen. Aber zu Hause ruft die Frau, der Hund und die Arbeit.
Die letzte Strecke führt mich morgen über Hilden und Grevenbroich nach Hause. Ich fahre dabei extra um Köln herum, da ich mir das nach diesen eher ruhigen Tagen auf Strassen mit wenig bis kein Verkehr nicht antun wollte.
Trotzdem kann ich schon ein kleines Resümee ziehen:
Das war mit Sicherheit nicht meine letzte mehrtätige Rundeise.
Der ZTR leidet definitiv an Platzmangel. Daher sollte man sich gut überlegen was man wirklich braucht. Ich hatte einen 1L Reservekanister, eine 1L Wasserflasche mit dest. Wasser, eine 1L Motorölflasche und eine kleine 1. Hilfetasche (wie sie gerne für Motorräder genommen werden) im Fussraum Beifahrer verstaut. Darauf kamen das Zelt und die Isomatte zu liegen. Die Schrauben im Boden hatte ich dort gegen Ringschrauben ausgetauscht damit ich das Gerödel mit Hilfe von Spanngummies fixieren konnte.
Auf dem Beifahrersitz lag dann der wasserdichte Sack mit meinen persönlichen Dingen, der Wechselkleidung und den Lebensmitteln (auch wenn es nur Nudeln waren) mitsamt kleinem Kochgeschirr, ebenfalls mit Spanngummies und Gurt fixiert. Getränke wurden wegen Platzmangel unterwegs gekauft.
Eine Plane 2x3m zum Abdecken des ZTR findet unter dem Sitzpolster des Beifahrersitzes Platz und hilft ungemein bei schlechtem Wetter, damit man nicht alles ins Zelt räumen muss.
Neben dem Bedienfeld habe ich noch eine 12V Steckdose montiert um auf dem Campingplatz Smartphone, Tablet und Powerbenk nachladen zu können.
Meine Penntüte ist zu voluminös, da erfüllt eine echte Schurwolldecke mindestens genauso gut diesen Zweck.
Vernünftige Navigation mit Stöpselstimme im Ohr und zusätzlicher Anzeige auf einem Display machen die Sache bei einer solchen Streckenführung entspannt.
Ein kleines Zelt ist vollkommend ausreichend, erst recht wenn das Wetter noch besser mitspielt. Ausserdem sollte man auch daran denken dass man das Zelt jeden Tag alleine auf und abbauen muss.
Jetzt aber zum Wichtigsten, wo ihr vermutlich alle drauf wartet:
Eine kleine Werkzeugtasche zum einrollen mit entsprechendem Werkzeug sollte man mitnehmen um sich unterwegs auf die Schnelle selber helfen zu können. Es sei denn man ist sich so sicher dass keine Ausfälle kommen.
Der ZTR bringt einen zwar im grossen und ganzen ans Ziel, aber hier und da gibt es doch immer mal wieder Situationen in denen man Hand anlegen oder kontrollieren muss.
Besonderen Verschleiss habe ich bisher nicht feststellen können. Was aber auffällt sind diverse Stellen an denen es scheuert, drückt und rappelt. Die sollte man im Auge behalten, oder wenn man sie kennt schon vorher abstellen. Bei mir hat z.B. die Kunststoffkarrosserie regelrecht gedröhnt. Das hahe ich schon direkt zu Anfang erledigt indem ich Antidröhnmatten von innen aufgeklebt habe.
Merklich bei mir war jetzt dass der Gaszug von Zeit zu Zeit nicht sauber rutscht sondern einen Punkt hat, an dem er etwas schwergängig ist.
Die Kupplung hat sich jetzt eingespielt und ich kann in den meisten Fällen anfahren wie im ersten Gang. Vorher kam die Kupplung immer ziemlich schnell und plötzlich, jetzt ist der Schleifpunkt wesentlich grösser.
Die Standgaseinstellung habe ich einmal nachstellen müssen da diese sich nach unten hin verändert hatte.
Eine Schraube von der Karrosserie habe ich verloren.
Ein Lüfter hatte einen gebrochenen Draht was zum Ausfall führte aber provisorisch behoben werden konnte.
Ölverlust oder Verbrauch habe ich nicht feststellen können, auch kein Verlust von Kühlwasser.
Der ganze Vorderbau und die Radaufhängungen quietschen jetzt.
Keine gelockerten Schraubverbindungen an relevanten Teilen.
Alles in Allem also nur Kleinigkeiten die einen nicht zum Abbruch einer solchen Tour zwingen.
Wenn ich morgen wieder zu Hause angekommen bin habe ich in den 5 Tagen gute 600km zurückgelegt.
Wenn man fast ausschliesslich Nebenstrecken fährt sollte man sich meiner Meinung nach nicht mehr als 150km am Tag vornehmen. Man will ja hier und da auch mal Halt machen und sich eine Pause gönnen.
So denne, ich hoffe ihr könnt die ein oder andere Information verwehrten...
Stefan